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Echtes Gold erkennen

Auf einen Blick: Suchen Sie zuerst die Punzierung — bei Ringen innen in der Schiene, bei Ketten am Verschluss. Eine dreistellige Zahl wie 333, 585 oder 750 ist ein starker Hinweis, aber kein Beweis. Der zuverlässigste Test zu Hause ist die Dichtebestimmung: Gewicht durch Volumen. Echtes 585er Gold liegt bei etwa 13 g/cm³, 750er bei rund 15,5 g/cm³; Messing und Edelstahl kommen nur auf 8 bis 9. Wichtig: Bei hohl gearbeiteten Stücken funktioniert der Dichtetest nicht — sie sind trotzdem echtes Gold. Magnet-, Biss- und Essigproben beweisen nichts. Endgültige Sicherheit gibt nur die Strichprobe oder eine Röntgenfluoreszenzanalyse beim Fachmann.

Die Punzierung: erster Hinweis, kein Beweis

Die Punzierung ist der eingeschlagene Stempel mit dem Feingehalt. Sie ist der schnellste Anhaltspunkt — und der Ort, an dem jede Prüfung beginnt.

Wo Sie suchen: bei Ringen auf der Innenseite der Schiene, bei Ketten und Armbändern am Verschluss oder auf einem kleinen Plättchen daneben, bei Ohrringen auf dem Stecker oder Bügel, bei Anhängern an der Öse. Eine Lupe mit zehnfacher Vergrößerung genügt; bei getragenen Stücken hilft gutes Seitenlicht, weil der Stempel flach geworden sein kann.

Was Sie finden: meist eine dreistellige Zahl. Was 333, 585 oder 750 im Detail bedeuten und wie sie sich in Karat umrechnen lassen, steht unter Goldarten und Karat. Häufig steht daneben eine Herstellermarke — ein zusätzliches gutes Zeichen, denn Fälscher schlagen selten beides sauber ein.

Warum der Stempel allein nicht reicht: Eine Punzierung lässt sich fälschen, und sie wird auch auf vergoldeten Stücken angebracht — dort allerdings meist mit Zusätzen wie GP, GF, HGE oder Doublé, die leicht übersehen werden. Umgekehrt gilt: Ein fehlender Stempel bedeutet nicht, dass das Stück unecht ist. Bei alten und viel getragenen Schmuckstücken ist die Punzierung oft schlicht abgerieben, und in Deutschland war das Stempeln nie gesetzlich vorgeschrieben.

Prüfmethoden im Vergleich

Sechs verbreitete Methoden, ehrlich eingeordnet nach dem, was sie tatsächlich aussagen.

Aussagekraft und Risiko der gängigen Prüfverfahren.
Methode Aussagekraft Risiko für das Stück
Punzierung lesen Guter Hinweis, kein Nachweis keines
Dichte bestimmen Hoch bei durchgehend massivem Material — bei Hohlware nicht anwendbar keines
Optische Prüfung Mittel — deckt Abnutzung an Kanten und Farbunterschiede auf keines
Magnetprobe Gering — nur ein Ausschluss, kein Nachweis keines
Strichprobe mit Prüfsäure Sehr hoch, Standard im Handel Feiner Abrieb an einer Stelle
Röntgenfluoreszenz (RFA) Höchste — exakter Feingehalt, zerstörungsfrei keines

Vor der optischen Prüfung: Ein Stück, das jahrelang in der Schublade lag, ist meist von einem stumpfen Belag überzogen — das sieht unedel aus, sagt aber nichts über die Echtheit. Geben Sie ihm zuerst ein mildes Bad nach unserer Anleitung zum schonenden Reinigen, dann beurteilen Sie das Material und nicht den Schmutz.

Dichte bestimmen — der beste Test für zu Hause

Gold ist außergewöhnlich schwer. Genau das lässt sich messen, und zwar erstaunlich genau — mit einer Küchenwaage, einem Messbecher und fünf Minuten Zeit. Die Dichte ist die einzige Größe, die sich zu Hause bestimmen lässt und die ein unedles Grundmetall zuverlässig entlarvt.

Voraussetzung: Das Stück muss durchgehend massiv gearbeitet sein und darf keine Steine enthalten. Warum das wichtig ist, steht im Abschnitt darunter.

  1. Gewicht ermitteln

    Wiegen Sie das Schmuckstück auf einer Feinwaage, die auf 0,1 Gramm genau anzeigt. Notieren Sie den Wert in Gramm.

  2. Wasser abmessen

    Füllen Sie einen schmalen Messbecher mit Wasser und lesen Sie den Stand exakt ab. Je schmaler das Gefäß, desto genauer das Ergebnis.

  3. Schmuckstück eintauchen

    Legen Sie das Stück vollständig ins Wasser und lesen Sie den neuen Stand ab. Die Differenz in Millilitern ist das Volumen in Kubikzentimetern.

  4. Rechnen und vergleichen

    Gewicht in Gramm geteilt durch Volumen ergibt die Dichte. Vergleichen Sie den Wert mit der Tabelle unten.

Richtwerte für durchgehend massives Material; je nach Zusammensetzung der Legierung sind Abweichungen von etwa einem halben Punkt normal.
Material Dichte in g/cm³
333er Gold ca. 11,5
375er Gold ca. 11,9
585er Gold ca. 13,1
750er Gold ca. 15,5
916er Gold ca. 17,7
999er Feingold 19,3
Silber 925 ca. 10,4
Messing, Tombak 8,4 – 8,7
Edelstahl ca. 7,9

Landen Sie bei rund 10,4, halten Sie kein Gold in der Hand, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit Sterlingsilber — das ist kein schlechtes Ergebnis, nur ein anderes Material. Wie schwere Silberstücke aussehen, zeigt zum Vergleich unsere Auswahl an Silberketten.

Praxistipp: Der Test funktioniert am besten bei kompakten Stücken ab etwa fünf Gramm. Bei feingliedrigen Ketten wird die Volumenmessung ungenau, weil Luftblasen zwischen den Gliedern hängen bleiben — kurz aufstoßen hilft.

Ein Sonderfall: Sitzen Edelsteine im Stück, verfälscht das die Messung erheblich — ein Bernstein wiegt fast nichts, ein Achat viel. Die Dichtebestimmung eignet sich deshalb nur für Schmuck ohne Besatz. Welche Steine welche Eigenschaften haben, lesen Sie unter Gold und Edelsteine.

Hohl ist nicht unecht

Das ist der wichtigste Vorbehalt zum Dichtetest — und die Ursache für einen Irrtum, der regelmäßig zu unnötiger Sorge führt.

Viele Ketten, Armreifen und Creolen sind hohl gearbeitet: Das Material besteht durchgehend aus Gold, hat im Inneren aber einen Hohlraum. Diese Bauweise ist seit Jahrzehnten üblich und hat einen guten Grund — sie ermöglicht ein voluminöses, breites Schmuckstück bei tragbarem Gewicht und Preis. Ein hohl gearbeiteter Armreif aus 585er Gold ist genauso echtes Gold wie ein massiver.

Für die Dichtemessung heißt das: Der Hohlraum füllt sich beim Eintauchen nicht mit Wasser, sondern verdrängt es. Das gemessene Volumen ist dadurch zu groß und die berechnete Dichte deutlich zu niedrig — bei einer hohlen 585er Kette können statt 13 auch 7 oder 8 herauskommen. Das ist kein Hinweis auf eine Fälschung, sondern auf die Bauweise. Bei hohl gearbeiteten Stücken taugt die Dichtebestimmung schlicht nicht; hier helfen nur Punzierung, Strichprobe oder RFA.

Woran Sie eine hohle Bauweise erkennen:

  • Auffällig geringes Gewicht bei großem Volumen — ein breiter Armreif, der sich leicht anfühlt.
  • Ein hörbar hellerer Klang beim leichten Antippen im Vergleich zu einem massiven Stück.
  • Sichtbare Nahtlinie an Kettengliedern oder an der Innenseite eines Armreifs.
  • Kleine Dellen, die bei massivem Material an dieser Stelle nicht entstehen würden.

Der praktische Unterschied liegt nicht in der Echtheit, sondern in der Belastbarkeit: Massive Stücke sind robuster und leichter zu reparieren, hohl gearbeitete reagieren empfindlicher auf Dellen und Knicke. Deshalb steht bei uns in jeder Produktbeschreibung das Gewicht in Gramm — die verlässlichste Zahl beim Vergleich zweier ähnlich aussehender Stücke.

Was nichts beweist

Um die Goldprüfung ranken sich Hausmittel, die entweder nichts aussagen oder Schaden anrichten. Sechs davon halten sich besonders hartnäckig.

Die Magnetprobe

Gold ist nicht magnetisch — Messing, Kupfer, Aluminium und Silber aber auch nicht. Bleibt nichts hängen, ist damit gar nichts bewiesen. Umgekehrt taugt der Test als Ausschluss: Zieht das Stück deutlich an, ist es kein Gold. Vorsicht bei Verschlüssen, deren Federn fast immer aus Stahl sind.

Die Bissprobe

Ein Bild aus alten Filmen, das mit Goldschmuck nichts zu tun hat. Reines Gold ist zwar weich, Legierungen ab 585 sind es nicht — und Blei mit Goldauflage gibt genauso nach. Sie hinterlassen nur eine Zahnspur im Material.

Essig und Hausmittel-Säuren

Haushaltsessig ist zu schwach, um eine belastbare Reaktion auszulösen. Was er dagegen sehr wohl kann: die Zuschlagmetalle in der Legierung angreifen und Fassungen lockern. Der Test sagt nichts und schadet trotzdem.

Der Keramiktest

Über unglasierte Keramik gezogen soll echtes Gold einen goldenen Strich hinterlassen. Das stimmt im Prinzip, funktioniert aber auch bei einer dicken Vergoldung — und Sie ziehen dabei eine sichtbare Schramme über Ihr Schmuckstück.

Der Klangtest

Angeblich klingt Gold beim Aufschlagen heller. In der Praxis hängt der Klang mehr von Form, Masse und Bauweise ab als vom Material — eine hohle Goldkette klingt anders als eine massive aus derselben Legierung.

Prüfsäure aus dem Set

Prüfsäuren sind wirksam, gehören aber in geübte Hände. Falsch dosiert verätzen sie die Oberfläche, und die Auswertung erfordert Erfahrung. Für ein einzelnes Erbstück lohnt der Gang zum Fachmann.

Vergoldet, Doublé oder echtes Gold?

Die häufigste Verwechslung ist nicht echt gegen unecht, sondern echtes Gold gegen vergoldet. Vergoldeter Schmuck enthält tatsächlich Gold — nur als hauchdünne Schicht auf einem Trägermetall aus einem ganz anderen Material.

Verwechseln Sie das nicht mit hohler Bauweise: Ein hohl gearbeitetes Stück besteht durchgehend aus Gold und hat lediglich innen einen Hohlraum. Ein vergoldetes Stück besteht im Kern aus Messing, Silber oder Stahl.

Kennzeichnungen, die auf eine Goldauflage statt auf echtes Gold hinweisen.
Kennzeichnung Bedeutung
vergoldet Dünne Goldschicht auf einem anderen Metall
GP (gold plated) Galvanische Vergoldung, meist unter einem Mikrometer
GF, 1/20 12K GF Gold filled: dickere, aufgewalzte Schicht
HGE, HGP Hard gold electroplated — ebenfalls eine Auflage
Doublé, Rolled Gold Klassische deutsche Bezeichnung für aufgewalztes Gold
925 vergoldet, Vermeil Silber mit Goldauflage — der Kern ist Silber, nicht Gold

Woran Sie eine Auflage außerdem erkennen:

  • Abnutzung an Kanten und Kontaktstellen. Dort scheint mit der Zeit ein anderer Farbton durch — silbrig, rötlich oder grau.
  • Farbunterschiede zwischen Vorder- und Rückseite. Die Rückseite wird weniger berührt und bleibt länger unverändert.
  • Grünliche Verfärbung der Haut. Ein Zeichen dafür, dass Kupfer aus dem Trägermetall in Kontakt kommt.
  • Ein Kratzer, der silbrig wird. Bei echtem Gold ist die Schnittfläche innen wie außen golden, bei einer Auflage nicht.
Echtes Gold im Sortiment

Bei uns finden Sie ausschließlich echten Goldschmuck mit geprüftem Feingehalt — massiv oder hohl gearbeitet, aber niemals vergoldet.

Wie der Fachmann prüft

Zwei Verfahren geben endgültige Sicherheit, und beide funktionieren unabhängig davon, ob ein Stück massiv oder hohl gearbeitet ist.

Die Strichprobe mit Prüfstein

Das Stück wird über einen dunklen Prüfstein gezogen, sodass ein feiner Metallstrich zurückbleibt. Auf diesen Strich kommt eine Prüfsäure mit definierter Konzentration. Löst sich der Strich auf, liegt der Feingehalt unter dem geprüften Wert; bleibt er stehen, liegt er darüber. Durch mehrere Säuren lässt sich die Legierung eingrenzen.

Der Vorteil: Es wird durch die Oberfläche hindurch geprüft, sodass auch eine Vergoldung auffällt. Der Nachteil: Es bleibt eine minimale Abriebstelle, die anschließend wegpoliert wird.

Die Röntgenfluoreszenzanalyse

Die RFA bestimmt die Zusammensetzung der Legierung berührungslos und auf Zehntelprozent genau — nicht nur den Goldanteil, sondern auch Silber, Kupfer, Palladium und Nickel. Das Stück bleibt unberührt, es entstehen keine Spuren. Sie ist damit das Verfahren der Wahl bei Erbstücken, empfindlichen Oberflächen und allem, was sichtbar bleiben soll.

Einschränkung: Die RFA misst nur die oberste Materialschicht. Bei einer sehr dicken Vergoldung wird sie deshalb mit der Strichprobe kombiniert.

Ein Schmuckstück geerbt — was jetzt?

Der häufigste Anlass für diese Frage ist ein Nachlass: eine Schachtel mit Ketten, Ringen, vielleicht einer Brosche, und niemand weiß mehr, was davon Gold ist. Diese Reihenfolge bringt Sie am schnellsten zu einem klaren Bild.

  1. Sortieren statt raten

    Legen Sie alles nebeneinander und suchen Sie mit der Lupe nach Stempeln. Schon das trennt die Sammlung meist in drei Häufchen: eindeutig punziert, kein Stempel, erkennbar Modeschmuck.

  2. Vorsichtig säubern

    Ein mildes Bad macht Stempel wieder lesbar, die unter Belag verschwunden sind. Bei Stücken mit Steinen oder Perlen vorher prüfen, was das Material verträgt.

  3. Dichte bestimmen

    Bei ungestempelten Stücken ohne Besatz und ohne Hohlraum führt die Wasserverdrängung schnell zu einer belastbaren Einschätzung.

  4. Den Rest fachlich prüfen lassen

    Was danach unklar bleibt — und alles Hohle — klärt eine Strichprobe oder RFA. Erst dann lohnt es sich, über Wert, Verkauf oder Umarbeitung nachzudenken.

Zwei praktische Hinweise dazu. Alte Stücke sind mechanisch oft müde: Ösen sind eingelaufen, Verschlussfedern ermüdet, Steine sitzen locker. Bevor Sie etwas tragen, lohnt die Kontrolle, die wir unter Aufbewahrung und Kontrolle beschreiben. Und wenn ein geerbter Ring nicht passt: Die Weite lässt sich fast immer ändern — wie Sie Ihre Größe bestimmen, steht auf der Seite dazu.

Gerade in älteren Nachlässen finden sich Schmuckformen, die heute kaum noch hergestellt werden. Wer daran Gefallen findet, wird bei uns fündig — und alle weiteren Themen rund um Gold stehen gebündelt in unserem Wissensbereich.

Klassiker aus alten Nachlässen

Formen mit Geschichte, geprüft und aufgearbeitet.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Beim Gebrauchtkauf verlagert sich die Frage: Nicht Sie müssen prüfen, sondern der Verkäufer muss belegen. Diese fünf Punkte trennen einen seriösen Anbieter von einem Risiko:

  • Der Feingehalt wird konkret genannt — 585 oder 750, nicht "Goldfarben", "goldig" oder "aus dem Nachlass".
  • Das Gewicht in Gramm steht in der Beschreibung. Zusammen mit den Maßen lässt sich damit einschätzen, ob ein Stück massiv oder hohl gearbeitet ist.
  • Fotos zeigen die Punzierung in Nahaufnahme, nicht nur das Stück von oben.
  • Es gibt ein Rückgaberecht. Wer die Echtheit garantiert, hat kein Problem damit, ein Stück zurückzunehmen — die Bedingungen stehen bei uns unter Rückgabe und Widerruf.
  • Der Preis passt zum Materialwert. Ein 750er Armband mit 30 Gramm deutlich unter Goldpreis ist kein Schnäppchen, sondern ein Warnsignal.
Wie wir jedes Stück prüfen
Vintage und Erbstücke

Gerade bei älteren Stücken ist die Punzierung oft abgerieben — geprüft sind sie bei uns trotzdem.

Häufige Fragen zur Echtheitsprüfung

Wie erkenne ich zu Hause, ob mein Schmuck echtes Gold ist?

Beginnen Sie mit der Punzierung: Suchen Sie mit einer zehnfachen Lupe bei Ringen innen in der Schiene, bei Ketten am Verschluss und bei Anhängern an der Öse nach einer dreistelligen Zahl wie 333, 585 oder 750. Der zuverlässigste Test für zu Hause ist danach die Dichtebestimmung. Wiegen Sie das Stück auf einer Feinwaage, messen Sie über die Wasserverdrängung in einem Messbecher das Volumen und teilen Sie Gewicht durch Volumen. Kommen Sie bei einem angeblichen 585er Stück auf 13 Gramm pro Kubikzentimeter, passt das. Wichtig: Das gilt nur für durchgehend massives Material ohne Steine — bei hohl gearbeiteten Ketten und Armreifen liefert der Test grundsätzlich zu niedrige Werte, ohne dass etwas mit dem Gold nicht stimmt.

Mein Armreif kommt auf eine viel zu niedrige Dichte — ist er unecht?

Wahrscheinlich nicht, sondern hohl gearbeitet. Viele Ketten, Armreifen und Creolen bestehen durchgehend aus Gold, haben im Inneren aber einen Hohlraum. Diese Bauweise ist seit Jahrzehnten üblich und ermöglicht ein voluminöses Schmuckstück bei tragbarem Gewicht und Preis. Beim Eintauchen ins Wasser verdrängt der Hohlraum mit, das gemessene Volumen fällt zu groß aus und die berechnete Dichte entsprechend zu niedrig — bei einer hohlen 585er Kette können statt 13 auch 7 oder 8 herauskommen. Erkennbar ist die Bauweise an geringem Gewicht bei großem Volumen, einem helleren Klang und manchmal einer sichtbaren Nahtlinie. Bei solchen Stücken helfen nur Punzierung, Strichprobe oder Röntgenfluoreszenzanalyse.

Funktioniert der Magnettest bei Gold?

Nur als Ausschlussverfahren, und selbst dann eingeschränkt. Gold ist nicht magnetisch — aber Messing, Kupfer, Aluminium, Zinn und Silber sind es ebenfalls nicht. Wenn nichts am Magneten hängen bleibt, haben Sie also lediglich Eisen und Nickel ausgeschlossen und sonst nichts bewiesen. Reagiert das Stück dagegen deutlich auf einen starken Magneten, ist es sicher kein Gold. Eine wichtige Einschränkung: Karabiner- und Federringverschlüsse enthalten fast immer eine Stahlfeder, sodass auch echte Goldketten am Verschluss magnetisch reagieren können. Prüfen Sie deshalb immer den Kettenkörper, nicht den Verschluss.

Mein Schmuckstück hat keinen Stempel — ist es unecht?

Nicht zwangsläufig. In Deutschland war das Punzieren nie gesetzlich vorgeschrieben, sondern lediglich üblich. Wer stempelt, muss korrekt stempeln, aber es gibt keine Pflicht dazu. Bei Schmuck, der jahrzehntelang getragen wurde, ist der Stempel außerdem häufig schlicht abgerieben — besonders an Ringschienen, die täglich Kontakt mit Haut und Gegenständen haben. Auch bei Umarbeitungen geht die ursprüngliche Punzierung verloren. Fehlt der Stempel, hilft bei massivem Material die Dichtebestimmung als erster Schritt und danach eine fachliche Prüfung per Strichprobe oder Röntgenfluoreszenzanalyse, die den Feingehalt zweifelsfrei bestimmt.

Was bedeuten die Zusätze GP, GF und Doublé?

Alle drei kennzeichnen eine Goldauflage auf einem Fremdmetall statt durchgehendes Gold. GP steht für gold plated, eine galvanisch aufgebrachte Schicht von meist weniger als einem Mikrometer Stärke. GF bedeutet gold filled und beschreibt eine dickere, mechanisch aufgewalzte Schicht; die Angabe 1/20 12K GF heißt, dass ein Zwanzigstel des Gesamtgewichts aus 12-karätigem Gold besteht. Doublé ist die klassische deutsche Bezeichnung für dasselbe Prinzip. Ebenfalls kein durchgehendes Gold sind Teile mit der Kennzeichnung 925 vergoldet oder Vermeil — dort ist der Kern aus Silber. Nicht zu verwechseln ist das mit hohl gearbeitetem Schmuck: Der besteht komplett aus Gold und hat lediglich innen einen Hohlraum.

Kann ich echtes Gold an der Farbe erkennen?

Nur eingeschränkt, denn die Farbe hängt von der Legierung ab und lässt sich imitieren. Trotzdem gibt die Oberfläche Hinweise. Echtes Gold altert gleichmäßig: Es kann matt werden oder bei niedrigem Feingehalt anlaufen, aber die Farbe bleibt über das ganze Stück hinweg einheitlich. Eine Vergoldung nutzt sich dagegen punktuell ab — an Kanten, an der Ringunterseite und an Kontaktstellen scheint ein anderer Farbton durch, silbrig, grau oder rötlich. Auffällig sind auch Farbunterschiede zwischen Vorder- und Rückseite. Ein Kratzer, der silbrig wird, ist ein deutliches Zeichen: Bei echtem Gold ist die Schnittfläche innen wie außen golden. Verfärbt sich Ihre Haut grünlich, deutet das auf Kupfer aus einem Trägermetall hin.

Ich habe Goldschmuck geerbt — wie gehe ich vor?

Am besten in vier Schritten. Sortieren Sie zuerst mit einer Lupe nach Stempeln; das trennt die Sammlung meist schon in punzierte Stücke, ungestempelte und erkennbaren Modeschmuck. Reinigen Sie anschließend vorsichtig, denn ein Belag macht Stempel unlesbar — bei Steinen und Perlen vorher prüfen, was das Material verträgt. Bestimmen Sie danach bei den ungestempelten Stücken ohne Besatz und ohne Hohlraum die Dichte über die Wasserverdrängung. Was dann noch unklar ist, und alles hohl Gearbeitete, klärt eine Strichprobe oder Röntgenfluoreszenzanalyse beim Fachmann. Denken Sie daran, alte Stücke vor dem Tragen auf lockere Steine, eingelaufene Ösen und müde Verschlussfedern zu kontrollieren.

Lohnt sich eine professionelle Prüfung, und was kostet sie?

Bei einem Erbstück mit unbekannter Herkunft, vor einem größeren Verkauf oder bei einem Ankauf lohnt sie sich fast immer, weil der Materialwert schnell im dreistelligen Bereich liegt. Juweliere, Goldschmiede und Ankaufstellen führen die Strichprobe meist innerhalb weniger Minuten durch, häufig kostenlos oder für einen geringen Betrag. Die Röntgenfluoreszenzanalyse bieten größere Betriebe und Edelmetallhändler an; sie ist zerstörungsfrei und liefert den exakten Feingehalt inklusive aller Zuschlagmetalle. Beide Verfahren funktionieren unabhängig davon, ob ein Stück massiv oder hohl gearbeitet ist — anders als der Dichtetest zu Hause.

Wie prüfe ich, ob ein Angebot im Internet seriös ist?

Achten Sie auf fünf Punkte. Erstens: Wird der Feingehalt konkret als 333, 585 oder 750 genannt, oder nur vage von goldfarben und goldig gesprochen? Zweitens: Steht das Gewicht in Gramm in der Beschreibung? Daran erkennen Sie auch, ob ein Stück massiv oder hohl gearbeitet ist. Drittens: Gibt es eine Nahaufnahme der Punzierung? Viertens: Existiert ein echtes Rückgaberecht — wer für die Echtheit einsteht, hat damit kein Problem. Und fünftens: Passt der Preis zum Materialwert? Ein schweres 750er Stück deutlich unter dem aktuellen Goldpreis ist kein Glücksfall, sondern ein Warnsignal.

Fazit: Die Punzierung ist der erste Blick, die Dichte der beste Test für zu Hause und die Strichprobe oder RFA die endgültige Antwort. Denken Sie beim Dichtetest an die Bauweise: Hohl gearbeitete Stücke liefern zu niedrige Werte und sind trotzdem echtes Gold. Magnet, Zähne, Essig und Keramik sagen nichts Verlässliches und beschädigen im schlimmsten Fall Ihr Schmuckstück. Und beim Kauf gilt: Ein Verkäufer, der Feingehalt, Gewicht und Rückgaberecht klar benennt, nimmt Ihnen die Prüfung ab.